Bücherliebe: Born To Run

erstellt am: 03.07.2016 | von: vanndann | in: Buch, Englisch

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Bücherliebe Born To Run Buchempfehlung

Es kommt nur sehr selten vor, dass ich nicht mehr weiß, was ich als nächstes lesen soll. Irgendwie legt mir das Universum immer genau die Bücher in den Weg, die ich gerade brauche – bei Born To Run von Christopher McDougall ist das ganz klassisch so passiert. Zuerst sah ich das Buch bei unserem airBNB in L.A. stehen. Dann zwinkerte es mich am Flughafen an, aber stattdessen landeten Mindy Kaling und Sophia Amoruso in der Einkaufstasche – Flugzeuglektüre. Und als ich dann nicht daheim war und mir ein Buch am Tolino des Vann Dann Manns aussuchen konnte, gab es eh nur mehr eine Wahl. Dieses Buch.

Nicht nur für Läufer_innen 

Es geht ums Laufen, aber nicht nur – auch um einen mysteriösen Stamm irgendwo in Mexiko, um die Schuhindustrie, um ein großes Rennen, um unsere Entwicklung als Mensch. Es geht um so viel mehr, dass ich dieses Buch sogar notorischen Nicht-Läufer_innen empfohlen habe! Der Autor erzählt, wie sein Arzt ihm nach einer typischen Läuferkrankheit an den Gelenken erklärt, es sei eben nun mal so – Laufen ist schlecht für uns Menschen. Fast zeitgleich reist er für ein Magazin nach Mexiko und erfährt von den Tarahumara, einem Stamm in Mexiko, der den ganzen Tag laufend verbringt, und zwar ohne Probleme. Fast so wie die wenigen Menschen der westlichen Welt, die das auch können – Ultramarathonläufer_innen.

McDougall stellt sich also die Frage, was diese Leute anders machen: Warum kennen sie keine Läuferprobleme? Wie halten sie so enorme Distanzen und extreme Geschwindigkeiten aus?

Und: Wie kann ich das auch machen?

McDougall kommt über Umwege zu dem Schluss, dass wir Menschen fürs Laufen geboren sind. Nein, mehr, wir haben uns sogar explizit zu Läufer_innen entwickelt. Für seine These gibt es viele Beweise, die er humorvoll und einfach erklärt. Zum Beispiel sind wir die einzigen Säugetiere, die Hitze über den Körper (mithilfe von Schweiß) regulieren können. Andere laufenden Tiere, Hunde, Pferde, Geparde, you name it, brauchen ab einer gewissen Körpertemperatur zwingend eine Verschnaufpause, denn die überschüssige Hitze muss durch den Mund “abgeatmet” werden. Unsere Vorfahren stiegen von den Bäumen und waren eigentlich vollkommen schutzlos – wenn sie nicht die Fähigkeit besessen hätten, weite Distanzen laufen zu können, fast ohne Pause. Wir laufen nicht nur zum Spaß, sondern weil es in unserer Natur liegt. Wir sind – born to run.

Pop Science vom Feinsten 

Das klingt alles ziemlich wissenschaftlich. Ist es auch. Aber dafür ganz und gar nicht langweilig, weil McDougall erzählt von seinen Funden in typischer Pop Science Manier: mit einer Geschichte. Als er die Tarahumara näher kennenlernen möchte, trifft er auf den Aussteiger Caballo Blanco, der mit dem alten Stamm in den Canyons lebt und läuft. Dieser will ein Rennen der Superklasse veranstalten, und zwar genau dort, in den wilden, von Drogenbossen beherrschten, weitab liegenden mexikanischen Bergen. Die Tarahumara gegen die besten Weit-Läufer_innen der Vereinigten Staaten, und der Autor mitten drunter.

Ein Buch mit Post-Read-High

Ich liebe alles, was Pop Science ist, also auch Born To Run. Es hilft natürlich, dass ich auch gerne laufe, und noch mehr hilft es, dass ich gerade nach einem Jahr Laufpause ein bisschen am Lauf-Wiedereinstieg verzweifle. Null Lust! Das Buch ist die beste Medizin, so viel Motivation und Power fürs Laufen hatte ich schon lange nicht mehr. Außerdem werden viele meiner Ernährungstheorien bestätigt: vegetarische, oder noch besser, vegane Ernährung tut Sportlichkeit keinen Abbruch. Das bekräftigt!

Viele Bücher hallen ja länger nach, aber dieses hatte für mich sogar praktische Auswirkungen: Nicht nur laufe ich wieder mit Freude, sondern ich laufe sogar barfuß. Weil, aus Gründen. Über die schreib ich aber dann ein anderes Mal…

Born To Run Bücherliebe Buchempfehlung

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