Radtour: Von Mattsee auf den Gaisberg (1265m)

erstellt am: 05.08.2016 | von: vanndann | in: Ausflug, Natur, Rad

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Auf den Gaisberg radeln, das wollte ich schon lange. Erstens ist das einer der Salzburger Hausberge und zweitens sieht das überhaupt nicht schwer aus. Mit dem Auto ist man ja schließlich auch ganz schnell oben.

Dass ich aber vor dem Gaisberg auch noch eine lange Radtour von Mattsee in die Stadt auf mich nehme, dabei noch kurz vorher auf den Heuberg (da, wo Daxlueg ist) radle und dann die ganzen Höhenmeter wieder nach unten, bevor es richtig nach oben geht, das war nie wirklich der Plan. Ganz zu schweigen davon, dass man ja dann nachher irgendwie wieder von der Stadt zurück nach Mattsee muss!

Meiner ÖBB-Abneigung sei Dank (oder sei Schuld) hab ich das dann trotzdem gemacht. Kann man bei der ÖBB überhaupt Fahrräder mitnehmen? Wie viele tausend Euro muss ich dafür bezahlen? Geht der Bus dann wirklich bis zu uns raus oder wieder nur bis in den Ort? Fragen über Fragen, für die ich viel zu faul bin, mal im Internet nachzuschauen. Da fahr ich lieber gleich mit dem Rad.

Mattsee Gaisberg Salzburg Radtour Seenland

Neben faul bin ich auch noch schnell gelangweilt, also ist die ganze Tour eine Runde. Weil immer dasselbe ansehen – ne. Sicher nicht. Los geht’s in Mattsee. Dort fährt man zuerst einmal die Münsterholzstraße rauf, freut sich, dass die Aussicht so schön ist, ärgert sich etwas, dass es so steil ist, bereut den ganzen Radausflug, macht aber dann trotzdem weiter, weil man es schon allen angekündigt hat und sich die Blamage nicht geben kann. Oben ist man dann schon erschöpft, aber das hilft jetzt nichts. Wenigstens sieht man den Gaisberg schon. So weit kann es nicht sein.

Eugendorf Seekirchen Salzburg Radtour Gaisberg Seenland

Links vorbei an den Egelseen, rechts der Buchberg, folgt man den Schildern bis nach Seekirchen. Durch den Ort hindurch, dann nach Mühlberg, abbiegen auf die Landstraße, schon ist man in Eugendorf. Den Gaisberg sieht man immer noch, wesentlich näher gekommen ist er aber nicht. Mist. Aber umdrehen ist jetzt schon zu spät, weil theoretisch steht man ja schon fast am Fuße des Berges. Fast. Lieber noch eine Rast an der ehemaligen Ischlerbahn-Trasse, bevor es dann wirklich los geht mit der Stramplerei. Was man nämlich jetzt schon gut erahnen kann: dieser Heuberg, der ist gar nicht so klein. Und da muss man aber drüber, bevor man sich an den Gaisberg wagt. Nochmal Mist.

Nockstein Gaisberg Salzburg Radtour Rad Fahren

Bevor es über den Heuberg zum Daxlueg geht, fährt man den Radweg von Eugendorf bis nach Salzburg bis fast zum Ende aus. Am Stadtrand geht es dann links nach oben: Daxlueg, sagt das Schild. Hier rauf. Während man noch die fast 400 Höhenmeter nach oben radelt, freut man sich – hey, der Gaisberg-Gipfel, so viel weiter oben ist der doch gar nicht! Das stolze Lächeln bläst einem dann sofort der Wind bei der Abfahrt vom Gesicht. Ja, man radelt wirklich wieder bis ganz nach unten. Das Gipfelkreuz vom Nockstein lacht hämisch, es hat das alles schon beobachtet und kannte das Ende vom Lied. Super. Danke für die Warnung.

In Guggenthal beginnt dann wirklich alles noch einmal von vorne. Wenigstens gibt’s da jetzt ein nettes Schild, das sagt dir nach jedem Kilometer, wie lange du dich noch quälen musst.

Zistelalm Gaisberg Salzburg Radtour

Obwohl, quälen. Also, anstrengend ist das nicht. Bis zur Zistlalm lache ich den Berg einfach mal aus, weil, was soll denn das, ist das wirklich eine Bergtour? Oder eine gemütliche Fahrt entlang der Donau? Ha, Gaisberg, du kannst mir nichts! Ich bin besser als du! Ich bin so stark! Meine gigaschlanken Wadln san a Wahnsinn für das Radln!

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Zehn Minuten später hab ich das Lied gewechselt: Is it too late now to say sorry, schluchze ich kleinlaut den Berg an. Gaisberg, du großer Berg, du bist so stark. Du kannst mir voll was. Meine gigaschlanken Wadeln sind zu schwach fürs Auf-Di-Aufi-Radln.

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Irgendein Opa brummt mit seinem Elektro-Rad an mir vorbei. Der Vann Dann Mann gibt mir unterdessen den Tipp, einfach Serpentinen zu fahren, dann ist es nicht so steil. Ich stelle mich an wie vor 15 Jahren beim Skifahren-Lernen und mache kleine Bogerl. Skifahren kann ich übrigens immer noch nicht, hat also beim Radfahren auch nicht so gut geklappt.

Das ist mir zu blöd. Ich will jetzt auch aussehen wie die mit dem Rennrad. Außerdem steht auf den Hinweistafeln immer auch daneben, wie lange Profi-Radler, Amateur-Radlerin, Hobbysportler und E-Bike-Typ bei der Gaisbergfahrt brauchen. Ich lasse mich doch nicht von so einer Tafel auslachen, ich bin mindestens so schnell.

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Gerade, als ich mir denke, dass ich jetzt nicht mehr mag und dass die zehn Brote in der Früh doch zu klein als Frühstück waren, sind wir oben. HA, Gaisberg, da siehst du’s. Ich laufe gleich zur Hütte und esse erst mal Pommes. Die Leute neben mir sind offensichtlich mit dem Auto da. Ich positioniere mich stolz so, dass man auch ja meine Schweißflecken sieht.

Runter geht’s wieder nach Guggenthal, dieses Mal biegen wir aber nicht mehr nach rechts ab, sondern links nach Salzburg Stadt. Um wieder zurück nach Mattsee zu kommen, radelt man zuerst durch die Gnigl nach Bergheim, weiter Richtung Elixhausen, und biegt dann in Viehausen (vor dem Elixhausner Hügel, wo man endlich die Lastwägen überholen kann) links ab. Über kleine Straßen geht es immer weiter bis nach Obertrum. Links am Seeufer entlang kommt man noch an Seeham vorbei, und zack, ist man schon wieder dort, wo alles begann: Mattsee. 

Fast ganz ohne Muskelkater.

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Höhenmeter: 1600hm
Höchster Punkt: Gaisberg, 1265m
Kilometer: 80km
Dauer: bei uns circa 6 Stunden, das ist aber sehr flexibel 

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