Bücherliebe: The Girls

erstellt am: 18.10.2016 | von: vanndann | in: Buch, Englisch

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The Girls Emma Cline Meinung Rezension Literatur

Was ist es, das uns an Kults so begeistert? Oder an Massenphänomenen allgemein? Ich las mir mit Vergnügen und Abscheu die Wiki-Seite über Jonestown, den Peoples Temple Kult und den darauffolgenden Massensuizid durch; ich saugte gierig jede Information über die Donner Party auf und freute mich wie ein kleines Kind, als wir beim California-Roadtrip ganz zufällig, wirklich!, an besagtem Pass vorbeikamen, an dem die Auswanderer dem Kannibalismus verfielen; und mit ebenso großen Augen las ich dann auch The Girls von Emma Cline.

Es beginnt unschuldig: Mit drei Mädchen im Park

The Girls, das sind die Mädchen, die Evie eines Tages im Park sieht. Evie ist jung, um die vierzehn, es ist Sommer, sie ist gelangweilt, bis ihr Blick eben auf die Mädels fällt. Sie faszinieren Evie sofort: Sie sind hübsch, irgendwie anders, wild, frei, vor allem: unbekümmert. Eigentlich sind es nur ein paar Minuten, Evie spricht nicht einmal mit den dreien – aber die paar Minuten reichen. Evie ist irgendwie verzaubert.

Airplane ready ✈️

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Natürlich trifft Evie dann noch einmal auf die Girl Gang, dieses Mal aber dann so wirklich: Ihr Rad bricht zusammen, sie steht hilflos neben der Straße. Ein schwarzer Bus hält, darin: die drei Girls. Und noch mehr Mädchen, alle irgendwie ähnlich – sie sind sich sehr vertraut, sie berühren sich ungezwungen, sie scheinen sich zu lieben, wie eine Familie. Und alle sprechen immer wieder von Russell.

Russell, der charismatische Anführer

Russell leitet den Kult, denn ja, natürlich, genau das ist die Mädchengruppe. Er ist aber trotzdem zuerst einmal Nebensache für Evie, denn ein Mädchen begeistert sie besonders: Suzanne. Sie scheint die Anführerin zu sein, strahlt Bestimmtheit und Selbstbewusstsein aus. Evie verfällt ihr sofort. Ihre Begeisterung steigert sich zur Besessenheit, Evie kommt nicht mehr los von der älteren Suzanne und wird dadurch selbst in den Strudel aus Verherrlichung, Lust und Gier gezogen, in dem auch die anderen Mädchen langsam untergehen.

 

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Das Ende: Ehschowissen

Dass das dann natürlich ein schreckliches Ende nimmt, ist von Anfang an klar (besteht darin nicht auch der Reiz?). Was das Buch darüber hinaus aber noch einmal extra lesenswert macht: Evie reflektiert über ihr Verhalten, darüber, warum (warum nicht) sie mitgemacht hat. Und diese Reflexion, die ging mir in Mark und Bein.

Ja, das Buch war schon von Anfang an gut geschrieben, mitreißend, spannend, alles, was man so möchte. Aber im Endeffekt sind es dann doch diese paar letzten Seiten, die mich komplett geschockt haben – weil sie mir so nahe gingen. Den Rest, was Kults machen, wie sie enden, das findet man auch im Internet. Was aber wirklich dahinter steckt, das Warum der Geschichte, das kann man erst beginnen zu begreifen, wenn man auch ein Girl wird. Zumindest für ein paar Stunden lang.

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