Pistencheck: Feuerkogel

erstellt am: 15.01.2017 | von: vanndann | in: Berg, Ski, Winter

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Feuerkogel Ski Austria Oberösterreich Salzkammergut Piste Berg

Vor ein paar Wochen hab ich groß herum posaunt, dass ich jetzt, da ich in Bergnähe wohne, wahrscheinlich ständig die Pisten unsicher machen werde. Und vielleicht sogar auch noch Ski fahren lerne, nach 11 Jahren erfolgreichen Vermeidens der zwei Bretter. Das hab ich durchgezogen und mich auf Skiern zum Feuerkogel getraut – mehr oder weniger erfolgreich. Könnt ihr euch dann aussuchen. 

Ich doofe Nuss muss ja sofort immer im Internet verbreiten, was ich nicht alles so mache und machen werde, damit ich mich dann recht verbunden fühle, das dann auch echt zu tun. Mein letzter brillianter Einfall: Ich lerne Ski fahren! Obwohl ich es hasse! Und echt schlecht drin bin!

Um mein Gewissen zu beruhigen und, vielleicht ein bisschen wichtiger, um den Vann Dann Mann in der äußerst attraktiven Position Skilehrer erleben zu können, bin ich dann echt losgezogen und hab mir die Ski angeschnallt (…..anschnallen lassen) (kann ich ja nix dafür, dass Snowboard-Bindungen so viel einfacher und generell einfach besser sind!) – zum ersten Mal seit 11 Jahren.

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Das Skigebiet meiner Wahl war am Feuerkogel, denn es ist in der Nähe, klein, und ungefährlich. Dachte ich. Beim Rauffahren stellte ich mich schon mal ganz gut an, wie ich finde, laut Vann Dann Mann darf ich mich aber dafür nicht loben, denn “streng genommen ist Lift fahren noch nicht Ski fahren” (was ich zu bezweifeln wage, denn – wer fährt Ski ohne Lift? Ha-HA! Logik.).

Oben, während der Mann mit Engelsgeduld die Ski an mir fest machte, checkte ich erst einmal die Lage. Unmittelbar hinter mir: Gondel-Bergstation. Gut, da kam ich her, das wusste ich schon, und umkehren war keine Option, weil, Street Cred und so. Zu meiner Linken: Eine Sessellift-Bergstation, vermutlich mit dazu passender Abfahrt irgendwo. Rechts: Zwei Hütten und eine leise Ahnung von Glühwein und Entspannung.

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Weil ich aber eine so komplette Ski-Vollidiotin bin, dass ich es nicht mal selbst zu den Hütten geschafft hätte, entschied ich also, erst mal dem Mann nachzufahren – schön im Pflug, so wie mir das aus meinen Ski-Lektionen von anno dazumals noch irgendwo in Erinnerung war. Gut, Achtung, spoiler alert, schön war nix an meiner Fahrweise und fahren kann man es auch nicht nennen, aber: Nach zehn Minuten standen wir vor der Abfahrt für den zuvor gecheckten Sessellift. Das klingt jetzt gut, aber in Wirklichkeit heißt es nur, dass ich echt und in Wahrheit ganze zehn Minuten für die hundert Meter lange, superflache Strecke gebraucht hab.

Aber hey, es war ein erster Erfolg, also beschloss ich, eine Pause verdient zu haben. Außerdem schmerzten meine Beine von den starren Skischuhen (Hallo? Geht diese Sportart nicht auch in Soft Boots?) und überhaupt denke ich, dass mein Snowboard-Instinkt einfach zu stark war – ich setzte mich also in den Schnee. Als Skifahrerin muss man das seitwärts machen, für alle, die das jetzt auch nicht wussten, denn Ski eignen sich überhaupt nicht zum Chillen und verkomplizieren einfach alles. Außerdem überkreuzen sie sich ständig, aber das wäre jetzt schon zu weit vorgegriffen.

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Die nächsten zehn Minuten verbrachte ich vorwiegend damit,

  1. dem Vann Dann Mann zu versichern, dass ich eh gleich wieder aufstehen würde;
  2. mir und allen, die es hören wollten, zu sagen, was für ein Erfolg es war, dass ich gerade nicht weinte, sondern sehr erwachsen und vernünftig im Schnee saß;
  3. und mit meinen Beinen in der Luft zu strampeln, damit sie nicht mehr so schmerzten.

Dann konnte es weiter gehen.

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Die Abfahrt war eine blaue Piste (gottseidank), die aber irgendwann in eine rote überging (ohno). Für doofe Ski-Nüsse wie mich gab es dann aber noch eine Verbindung runter zur Liftstation, die sanft und flach(er) durch den Wald ging, wobei ich hier gerne anmerken möchte, dass es für Ski-Noobs nicht unbedingt leichter ist, auf Waldwegerln ihre Bogerl zu üben.

Die Abfahrt ist kurz, das Skigebiet ja schließlich selbst auch nicht so groß, theoretisch wäre man schnell unten. Wir schafften es nach einer Stunde (keine Übertreibung, sondern wirkliche und wahrhaftige Ehrlichkeit!) dann auch; ich fühlte mich, als wäre ich Tage unterwegs gewesen. Ich hielt meine Hand für ein High Five mit dem Skilehrer in die Luft: Kein einziges Mal geweint! Yes!

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Doch wartete schon die nächste Herausforderung auf mich. Als Snowboarderin weiß ich, dass Lifte (jeglicher Art!) der natürliche Feind eines jeden Wintersportlers und einer jeden Schneeliebhaberin sind. Mit tückischen Einstiegen, viel zu steilen Aussteigen, und gemeinen Geschwindigkeits-Ruck-Fallen (Schlepplift, ich rede mit Dir!), versuchen sie alles, um ihre Last zum Fallen zu bringen. Dementsprechend nervös stieg ich in den Sessellift – bis ich bemerkte, dass man als Skifahrerin ein schönes Liftleben genießt.

Aufschrei! Was für eine Ungerechtigkeit! Jahre der Angst vor Liften, und dann so was! Es stellte sich heraus, dass alles sehr viel einfacher ist, wenn man einfach mit gerade gerichtetem Körper und der Möglichkeit, platzsparend und ohne Kurven zu machen zu bremsen, in und aus dem Lift chillen kann. Schuppen der Erkenntnis fielen mir von den Augen.

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Oben angekommen standen wir dann plötzlich vor der Liftstation, uns gegenüber: Ein Trainingshügel für Kinder und andere Loser. Nachdem ich mich eine Stunde lang den Berg hinunter zum Sessellift gequält hatte. “Ups, hab ich vergessen!”, meinte der Vann Dann Mann nur dazu. Einen Skilehrer hätte ich böse angegrantelt – der Vann Dann Mann kam mit einem Augenrollen davon. Grrr. So ein Mist, dass ich so verliebt in den bin.

Fakt ist: Mit einmal Skifahren ist noch keine Anna Veith aus mir geworden, aber ich kann stolz berichten, dass ich am Schluss sogar eine rote Piste schaffte. Auch ganz ohne Tränen. Erfolg! (Übrigens: Zählt auch, wenn man die Skibegleitung die letzte Stunde einfach alleine fahren lässt und sich selbst auf einen Glühwein in die Hütte setzt. Weil man jetzt wenigstens selbst zur Hütte fahren kann.)

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P.S.: Ich weiß, ich sehe aus wie eine Ski-Mom, aber, hey, unfair! Denn: Meine gesamte Ausrüstung ist von meiner Mama ausgeliehen. Bis auf die Ski, die stammen von der Schwiegermama. 

Feuerkogel

Pisten: 16km
Liftanlagen: 9
Höhenlagen: 1625hm Maximalhöhe
Preis für einen Tagespass: 36,60€/Erwachsene.r in der Hauptsaison

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