Donauradweg: Zwischen Passau und Linz

erstellt am: 26.06.2017 | von: vanndann | in: Ausflug, Natur, Rad

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Donauradweg Donauregion Donau Linz Passau Tagesetappe
Der Donauradweg verläuft so ziemlich von der Donauquelle bis ans Schwarze Meer - direkt an Linz vorbei. Seitdem ich hier wohne, habe ich es mir deshalb zum Ziel gesetzt, den Teil zwischen Passau und Bratislava komplett abzustrampeln. Die Hälfte hab ich jetzt geschafft, denn letztens habe ich meine zweite Tagesetappe bewältigt: Von Engelhartszell bis nach Aschach.
Theoretisch könnte man alle 2850km der Donau abradeln. Irgendwo in Deutschland oben geht es los, acht Länder später steht man dann im Donaudelta in Rumänien. Der beliebteste Abschnitt ist aber ohne Frage der zwischen Passau, an der Deutsch-Österreichischen Grenze, und Wien. Gut ausgebaut ist der Radweg sogar bis nach Bratislava, danach wird es schwieriger.
Genau diese Strecke will ich bewältigen, eine Tagesetappe nach der anderen. Ausgehend in Linz kann man immer mal wieder radeln und mit dem Zug zurück nach Hause fahren - so lange, bis auch der letzte Meter bis nach Bratislava beradelt wurde. Schon erledigt ist der Abschnitt von Linz nach Ybbs, letztens kam dann wieder eine Strecke dazu: Engelhartszell bis Aschach (also fast der ganze Teil zwischen Passau und Linz).
Donauradweg Donau Engelhartszell Aschach Passau Linz Rad Radtour Oberösterreich
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Bevor wir überhaupt in die Pedale treten, sehen wir uns in Engelhartszell um. Die kleine Gemeinde an der Donau, eigentlich die erste österreichische nach der Grenze, ist vor allem wegen seines Stifts bekannt. Hier wohnen einige wenige Zisterzienser-Mönche, ein streng gläubiger Orden, in dem man unter anderem nur so wenig spricht wie möglich. Sieht man ein paar der neun Männer am Gelände, kann man gut beobachten, wie sie nur mittels Handzeichen miteinander kommunizieren. Wenn gerade nicht ihren Glauben aktiv ausleben, brauen sie eigenes Trappistenbier und Klosterliköre. Zwei der drei Biersorten sind komplett ausverkauft, als wir kommen - es muss wohl schmecken.

Gleich nebenan liegt die Engelhartszeller Donauwelt, wo vor allem Kinder den Verlauf des Flusses in einem großen Park nachempfinden können (inklusive Staudämmen und Wasserrädern, mit denen gespielt werden darf - auch, wenn man sich nicht mehr so ganz als Kind qualifiziert). In einer begleitenden Ausstellung lernt man außerdem so allerhand über das Tierleben der Donau. Ich bin zwar nicht unbedingt die Zielgruppe, stehe aber trotzdem minutenlang fasziniert vor dem riesigen Aquarium.

Dann geht es los: Wir schwingen uns auf die Räder und treten in die Pedale. Wir kommen nur 100 Meter weit, dann ist schon die erste Rast angesagt: Hier überqueren wir die Donau mit der Fähre. Bis sie auf unserer Seite ist, heißt es kurz warten.

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Entlang des Donauradwegs findet man diese kleinen Schiffe immer wieder. Bei unserer Station ist eine kleine Glocke befestigt - hier kann man läuten, damit die Fähre auf der anderen Seite bemerkt, dass jemand wartet. Auf der anderen Seite setzen wir uns wieder aufs Rad, dieses Mal für längere Zeit.
Unter dem schattigen Laubdach der vielen Bäume entlang der Donau radeln wir am Fluss entlang. Das Tagesziel für heute ist zwar Aschach, dazwischen haben wir aber einige Stops eingeplant. Der erste: Witti, der Zillenbauer.
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Eine Zille ist eine spezielle Art von Boot - länglich, flach und aus Holz. Es gibt heute nicht mehr viele, die diese Boote bauen, aber in Freizell an der Donau eben doch noch. Wir gehen kurz durch die Werkstatt und lassen uns erklären, wie man so ein Boot baut. Danach dürfen wir selbst ans Ruder: Man kann diese Zillen nämlich auch mieten. Auch ohne Bootsführerschein. Ich fühle mich gänzlich unvorbereitet, als wir alleine auf die Donau geschickt werden, aber Stefan hat die Zille unter Kontrolle. Ich sonne mich derweil an Deck und lasse mir den Fahrtwind durch die Haare blasen.

Langsam beginnt mein Magen zu knurren. Kein gutes Zeichen, hangry Radzufahren ist nicht unbedingt meine liebste Aktivität. Wir radeln zügig weiter bis zur Donauschlinge, wo wir die nächste Fähre nehmen. Dieses Mal queren wir die Donau nicht, sondern werden in ihr ein paar Meter weiter nach unten geschippert - auf dieser Seite ist die Vegetation so dicht, dass ein Radweg fehlt. Ausgespuckt werden wir kurz vor Obermühl. Hier brutzelt bereits unser Mittagsessen in der Pfanne: Der Aumüller Fischgasthof kocht für seine Gäste die frischesten Fische aus der Donau.

Ich frage vorsichtig nach, wie frisch die Fische hier wirklich sind, und werde prompt mit einem Handyfoto vom Fischausflug am selben Morgen überrascht. Sehr frisch also. Und lokal. Ich bestelle also ausnahmsweise auch einen.

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Erich, der Wirt, ist außerdem begeisterter Mostbrauer. In seiner Donautaler Mostkellerei produziert er die verschiedensten Sorten - das muss man fast probieren. Ich bin skeptisch, denn Most ist bitter, riecht komisch und schmeckt mir einfach nicht. Punkt. Erich lacht nur und stellt mir ein Glas Birnenmost vor die Nase.

Auf das Schlimmste vorbereitet nehme ich einen Schluck. Und noch einen. Noch einen - bis auf einmal das Glas leer ist. Dieser Most ist süß, schmeckt mehr wie Wein als sonst irgendetwas und hat nicht den geringsten bitteren Nachgeschmack. Bevor ich mich noch wundern kann, schenkt Erich nach, einen Frizzante dieses Mal. Noch besser als der erste.

Fast würde ich lieber noch länger hier sitzen und Most verkosten, aber irgendwann müssen wir dann doch wieder weiter. Bis nach Aschach sind es noch in etwa 20 Kilometer, die wollen bewältigt werden. Ein letztes Mal queren wir mit der Fähre die Donau, radeln konzentriert bis an unser Etappenziel. Obwohl der Radweg flach verläuft, bin ich doch schon etwas angestrengt - die Hitze hilft nicht wirklich.

Am Nachmittag trudeln wir in Aschach ein. Von hier geht es für uns mit dem Auto weiter - man könnte aber auch noch bis nach Linz radeln. Das ist das etwas für das nächste Mal, schließlich will ich die Etappe Passau - Linz auch wirklich ganz von vorne bis zum Schluss erkunden.

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Ich wurde von Tourismus Oberösterreich und Intersport eingeladen, die Donauregion zu erkunden - herzlichen Dank dafür! Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst. Der Donauradweg ist nämlich so oder so schön!

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