Mit dem Rad durch Kroatien: Die schönsten Stopps in Istrien

erstellt am: 15.07.2017 | von: vanndann | in: Ausflug, Rad

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Zwei Wochen lang sind wir durch Slowenien und Kroatien geradelt. In den ersten beiden Tagen ging es erst mal von Ljubljana ans Meer, bevor wir uns dann schließlich auf ins kroatische Istrien machten. Meine Lieblingsplätze zwischen Umag und Pula? Stehen hier!
Ich war hier noch nie. In Zagreb, das schon, mehrere Male, aber das ist nicht wirklich das, was Leute meinen, wenn sie sagen, sie fahren auf Urlaub nach Kroatien. Dieses Kroatien, das am Meer, kenne ich nur vom Hörensagen. Schön soll es sein, türkises Meer, felsige Küsten, nur ein paar Stunden von daheim entfernt. Istrien, die kroatische Küste, das ist das, auf das ich mich am meisten freue - sogar, wenn ich mit dem Rad durchfahren muss.
Dass es hier allerdings vor Touris wimmelt, dass man mehr Deutsch als Kroatisch hört, dass KellnerInnen automatisch in meiner eigenen Sprache mit mir reden und dass es mehr Fertigpizza als Ajvar und Burek gibt, das hat wieder niemand erwähnt. Gut, ich hätte schon stutzig werden können aufgrund der schieren Anzahl von Menschen, die in meinem Umfeld jedes Jahr hierher urlauben fahren - aber wirklich? SO touristisch?
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Zugegeben, das war mir zu viel. Ich radle nicht durch den Balkan, um inmitten von verschwitzten Touris mit Sonnenbrand ein Wiener Schnitzel zu essen und dabei auf österreichischer Mundart mit dem Kellner zu schwatzen. Auch nicht, wenn der Ausblick statt auf den Stephansdom dafür wenigstens auf die blaue Adria ist.

Mit dem Rad entgeht man dem Massenwahnsinn in Kroatien wenigstens relativ einfach. Und auch, wenn die Küste im Sommer zu gefühlten 95% mit deutschen und österreichischen Kennzeichen zugepflastert ist - schön ist sie ja trotzdem. Manchmal, ganz selten, radelt man sogar in ein kleines Dorf, in dem weder die Frau in der Bäckerei noch der Busfahrer eine andere Sprache als Kroatisch mit dir sprechen, in dem in den Bars und Restaurants nur Einheimische sitzen und wo man sich doch ein bisschen wie im Balkan fühlt. Manchmal.

Meine Highlights in Istrien also: Die schönsten Dörfer, kleine Orte am Meer, verlassene Straßen und, ja, auch der ein oder andere Ort, den man vielleicht besser im Winter besucht. Ohne Sprung ins Meer, aber dafür auch ohne die anderen 50 Millionen Reisenden.
Antenal Kroatien Istrien Highlights Rad Radtour

Die Straße übers Meer: Antenal

Wahrscheinlich um hundert Prozent weniger aufregend, wenn man hier mit dem Auto durchfährt, aber als Radfahrerin eine echte Freude: Die Straße gleich nach Antenal im nördlichen Istrien, die ein Stück lang übers Meer führt.
Die Meeresbrise wischt für ein paar Minuten lang den Schweiß von der Stirn, der Schwung von der vorhergehenden kleinen Abfahrt klingt noch nach und links und rechts sieht man immer wieder kleine Felsen ins Wasser ragen - definitv einer der entspanntesten Straßenabschnitte, bevor es dann wieder bergauf geht.

Caffe Bar Corner in Poreč

Die Sonne brennt vom Himmel, es ist Mittagszeit, der Weg war anstrengend. Erschöpft trudeln wir in Poreč ein, schieben die Räder erleichtert in die Innenstadt (endlich angekommen!) - und drehen sofort wieder um. Zu viele Menschen, viel zu viel Deutsch und vor allem zu wenig Schatten. Stattdessen finden wir kurz vor dem eigentlichen Stadtkern ein kleines Refugium für die heißesten Stunden des Tages: Im Café Corner trinken wir Eiskaffee und Spezi, sind die einzigen ausländischen Gäste und freuen uns auch ein kleines bisschen über das schnelle WLAN. Mehr brauch ich nicht zum Glücklich-Sein.
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Wahrscheinlich das schönste Dorf in Istrien: Vrsar

Kurz bevor die Straße landeinwärts führt, um den Limski-Kanal zu umgehen, sitzt noch ein kleines Küstenstädtchen direkt am Meer: Vrsar. Mehr spontan als sonst irgendwie beschließen wir am Nachmittag, kurz einen Abstecher in die Ortschaft zu machen.
Schon bei der Anfahrt sind wir begeistert: Der kleine Stadtkern liegt hoch über dem Meer auf einem Hügel, auf dem kleinen Hügel neben dem kreisförmigen Hafen kann man nicht nur die Felsen erklimmen, sondern auch die Aussicht über Stadt und Meer genießen, und die Atmosphäre ist entspannt. Ein Wunder, dass der Ort trotzdem alles andere als überlaufen ist.
Istrien Limski Kanal Radtour Highlights Rad Kroatien
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Sieht aus wie ein Fluss, ist aber Meer: Der Limski-Kanal

Eigentlich wären wir gerne mit dem Boot weiter gefahren. Von Vrsar nach Rovinj gäbe es so einige, die Anzahl derer, die auch Räder mitnehmen, ist aber leider gleich null. Also schwingen wir uns doch noch einmal auf die Sattel.

Zum Glück! Der Weg führt vorbei am Limski-Kanal, ein Meeresarm, der mitten durch grüne Wälder und felsige Klippen ins Landesinnere Kroatiens führt. Von oben funkelt es dunkel-türkis aus dem satten Grün der Bäume zu uns, wir lassen uns glücklich bis hinunter rollen. Da vergisst man schnell, dass man alle Höhenmeter auf der anderen Seite wieder nach oben strampeln muss.

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Muss sein: Rovinj

Was soll ich sagen? Wenn man schon mal da ist... kann man auch die Unmengen an Reisenden aushalten, die Rovinj im Sommer übernehmen. Weil: Recht haben sie eh. Rovinj ist superschön.

Wir kämpfen uns durch die Massen, rutschen alle fünf Minuten auf den millionenmal berührten Pflastersteinen aus und essen schließlich eine überteuerte Pizza im nächstbesten Restaurant, das wir im After-Radtour-Hunger finden. Ich beantworte trotzig jede Frage mit mit dem spärlichen Kroatisch, das ich aufgeschnappt habe, und wenn das nicht geht, wechsle ich zu Englisch. Deutsch? Kann ich nicht. Sorry.

Und trotzdem: Ich mag Rovinj. Auch, wenn ich hier nicht länger als ein paar Stunden verbringen wollen würde - es kommt mit auf die Highlight-Liste. Wenn man sich die ganzen Leute weg denkt, ist es nämlich bestimmt eine der schönsten Städte an der Adria.

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Rovinj Kroatien Istrien Rad Radtour HIghlights
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Das Beste kommt zum Schluss: Kap Kamenjak

Als wir in Pula ankommen, möchte ich am liebsten einfach nur mehr im Zimmer mit Klimaanlage liegen und schlafen. Draußen flimmert die Luft vor lauter Hitze, auch ohne Radfahren kommt man bei jeder Bewegung ins Schwitzen. Danke, aber nein danke.

Nach hunderten "Sollen wir?" und "Sollen wir doch nicht?" setzen wir uns schließlich doch noch in den Bus. Den vorletzten, wohlgemerkt. Er bringt uns nach Premantura, von dort aus spazieren wir zum Kap Kamenjak. Erst jetzt bin ich froh, doch noch aufgestanden zu sein: Der südlichste Punkt Istriens ist für mich auch der schönste.

Man kann den Naturpark auf einem kleinen Wanderweg umrunden oder sich auch einfach eine der felsigen Buchten aussuchen, um den Tag badend zu verbringen. Wir entscheiden uns dafür, eine Kombi aus beidem zu machen und spazieren los, auf der Suche nach dem perfekten Badeplatz zum Sonnenuntergang.

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Wir erwischen gerade noch den letzten Bus zurück nach Pula. Am nächsten Tag verlassen wir Istrien und radeln auf die Inseln. So sehr ich mich auch freue, das Festland hinter mir zu lassen, nehme ich mir ganz fest vor, noch einmal nach Istrien zu kommen. Im Frühling, wenn es noch kalt ist. Denn unter den Touristenmassen sind bestimmt noch ein paar wunderschöne Orte versteckt, die nur in der Nebensaison zum Vorschein kommen...

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2 Kommentare zu "Mit dem Rad durch Kroatien: Die schönsten Stopps in Istrien"

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Dario
Gast
Liebe Vanessa, ich freue mich, dass du Istrien besucht hast. Und da hast du noch viel mehr zu sehen. Denn Istrien ist nicht nur die westliche Küste sondern das Hinterland auch. Und für mich innere Istrien ist besonders schön am Herbst. Die Landschaft nimmt so schöne Farben. Und da hast du kleinen Dörfer zu besichtigen wie du magst. und ist es ganz ruhig und gar nicht von Touristen überschwemmet. Außer in Motovun, da gibt’s viele Touristen, schon, aber da lohnt sich eine Besuch zumindest um weißen Trüffel in einer Konoba zu essen. Dort kannst du auch durch die Parenzana Radweg… Mehr lesen »
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