Mit dem Rad durch Kroatien: Die Inseln der Kvarner Bucht

erstellt am: 16.07.2017 | von: vanndann | in: Ausflug, Rad

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Kroatien Rad Radtour Istrien Kvarner Bucht Inseln Insel Cres Rab Pag Krk
Die letzte Woche unserer Radtour durch Kroatien haben wir in der Kvarner Bucht verbracht. Welche Inseln wir beradelt haben, wie wir von der einen auf die nächste hüpften (und dabei das Rad mitnahmen!) und welche Orte am schönsten waren, steht hier!

No bikes, sagt der Kapitän und zieht an seiner Zigarette. I don't have space.

Spricht's und verschwindet wieder im Bauch seines Häuserblock-großen Schiffes. Es ist so früh, dass mir sogar in der ärgsten Hitzewelle dieses Jahres noch leicht kalt ist. Wir stehen in Pula und wollen heute das Festland verlassen. Die einzige Fähre der Woche liegt vor uns im Hafen - und nimmt uns nicht mit.

Nach mehreren Versuchen geben wir auf und lassen uns das Geld fürs Ticket niedergeschlagen wieder auszahlen. Und jetzt? 63 Kilometer zur nächsten Fährstation radeln. Dann auf die Insel. Über einen Berg. Und nach 100 Kilometern und 1300 Höhenmetern bei 42 Grad im Schatten hoffentlich lebendig in Cres ankommen.

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Klappe, die erste: Insel Cres

Es wäre etwas übertrieben, nein, schlichtweg schamlos gelogen, wenn ich behaupten würde, ohne Zwischenfälle bis nach Cres zu kommen. Nach der Episode mit dem Grantlbart von Kapitän in Pula verwandelt sich ein ohnehin schon nicht idealer beginnender Tag in den schlimmsten und anstrengendsten der gesamten Reise.

Vielleicht, vielleicht auch nicht, fahre ich die ersten zwei Stunden aus Ärger nur mit 12 km/h. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht, stopfe ich auf der nächsten Fähre fuchsteufelswild eine Packung TUK in mich, während ich dem Kapitän aus Pula wünsche, in seinem Leben auch einmal nicht mit dem Rad auf ein riesiges Boot mitgenommen zu werden und stattdessen 100 Kilometer mehr radeln zu müssen. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht!, breche ich am Gipfel des Berges auf Cres komplett zusammen, schmeiße mein Rad in den Graben und lege mich in den Dreck, bereit, jetzt hier sofort meinen letzten Atemzug zu nehmen. Ganz vielleicht, vielleicht aber auch überhaupt nicht, schwöre ich am Abend in Cres Stadt mit finsterem Blick, mich nie wieder auf das depperte Rad zu setzen. Vielleicht.

Kurz: Die Fahrt auf und über die Insel Cres ist mental die bisher größte Herausforderung. Dafür auch am schönsten - die felsige Insel, das blaue Meer, die großartigen Ausblicke in die Kvarner Bucht und hinaus auf die Adria versöhnen mich schnell wieder mit der Situation.

Ha! Das hatte der Fiesling von Kapitän bestimmt nicht so geplant! Seine gemeine Aktion führte schlussendlich dazu, dass wir die scenic road nahmen, ganz im wahrsten Sinne des Wortes. Triumph!

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Entspannung pur: Krk

Entgegen meiner etwaigen, eventuell wirklich so ausgesprochenen Vorsätze am Vorabend, meinen Hintern nie wieder mit einem Radsattel zu quälen, schwinge ich mich nach einer erholsamen Nacht doch wieder aufs Rad. 30 läppische Kilometer und eine Überfahrt mit der Fähre von Cres nach Krk liegen vor uns, ein Kinderspiel. Mit der Aussicht auf ein großes Eis und einen Tag Rast erledigen sich auch die knapp 600 Höhenmeter wie von selbst.

Auf Krk besuchen wir Freunde, die auch gerade in Kroatien urlauben - und nutzen die Zeit, um endlich wirklich einmal zu entspannen. Einen herrlichen Tag lang berühre ich das Rad nicht, würdige es nicht einmal eines Blickes. Einen ganzen Tag lang schwimme ich im Pool, trinke Radler und lese. Einen. Ganzen. Tag. Lang!

Gut, fairerweise muss man sagen, geplant war das nicht - aber da wir die Fähre weiter zur nächsten Insel erst mal verpassen, bleiben wir eben noch eine Nacht und lassen das Rad somit wirklich wunderbare 24 Stunden einfach so stehen. Währenddessen erkunden wir Malinska und Vrbnik. Mit dem Auto, wohlgemerkt.

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Umso kleiner, desto feiner: Insel Rab

Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, um die erste Fähre zur Insel Rab zu erwischen. Wir landen in Lopar und radeln gemütlich zur Stadt Rab, wo uns um 12:00 Uhr Mittag das nächste Boot erwartet, dieses Mal ein ganz kleines. Wir sind uns noch nicht sicher, ob unsere Räder überhaupt mitdürfen, aber jetzt ist es schon zu spät. Wir verbringen die Wartezeit mit einer Runde Schnorcheln.

Um 11:45 sehen wir unser Boot, das eher einer Nussschale als einem echten Verkehrsmittel ähnelt. Dem Kapitän ist das egal, fachmännisch schnallt er unsere Räder an die Reling. Weder sie noch wir fallen während der Überfahrt ins Wasser. Wer hätte das gedacht.

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Letzte Insel vor dem Festland: Pag

Der Insel Pag sagt man nach, dass sie wie eine Mondlandschaft aussieht. Wir bemerken davon zuerst gar nichts: Der nördliche Zipfel der Insel ist bedeckt von Olivenbäumen. Irgendwann entdecken wir einen Parkplatz mitten im Grün, auf dem Autos aus Deutschland und Österreich parken. Die dazugehörigen Insassen sind im Umkreis von zaghaften 20 Metern rundherum verstreut und machen Fotos mit dem Handy.

Dieser Ort beherbergt einen der größten wilden Olivenhaine der Welt. Erst etwas weiter südlich beginnt die Kargheit Pags, sich wirklich zu zeigen: Gegen kräftigen Gegenwind fahren wir durch die Steinwüste. Der Wind ist übrigens auch verantwortlich dafür, dass hier nichts wächst.

Am Südende der Insel überqueren wir eine hohe Brücke. Festland, du hast uns wieder! Jetzt beginnen die letzten Kilometer unserer Reise. Ich kann es gar nicht glauben, dass wir wirklich den ganzen Weg von Ljubljana bis nach Zadar geschafft haben. Na ja, fast. Für den Moment bin ich noch froh, dass mich das zunehmend schlechte Wetter davon ablenkt, dass die Radtour gleich vorbei ist. Aller Schmerzen, Hitzewellen und blöder Kapitäne zum Trotz - es hat doch verdammt viel Spaß gemacht.
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