Die schönsten Aussichten über Linz

erstellt am: 15.09.2017 | von: vanndann | in: Ausflug, Stadt

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Das braucht man wirklich nicht großartig einleiten: Hier geht's um Aussichten. Die schönsten. In Linz. Wer's jetzt trotzdem ein bisschen genauer hätte: Ich hab tausende Stufen erklommen, zitterte auf wackeligen Vorsprüngen um das Leben meiner Kamera, nahm einmal bequem den Segway nach oben und war generell einfach überall dort in Linz, wo man weit sieht. Hier steht, wo das ist!
Mir wird ja regelmäßig vor den Kopf geworfen, dass Linz eine ganz und gar schreckliche Stadt sei. Warum ich nur dorthin gezogen bin? Bestimmt nur wegen der Liebe. Bäh! Für die Liebe Entscheidungen treffen! Und noch dazu eine solche!
Gut, ein bisschen war's für die Liebe. Ein bisschen für die Arbeit. Am allermeisten aber: Weil Linz genau die Art Stadt ist, die ich mag. Nicht zu groß, nicht zu klein, nah an den Bergen und mit guter Zugverbindung zum nächsten Flughafen.
Wie schön sie außerdem ist, sieht man am besten von oben. Also genug gequatscht: Hier sind die schönsten Aussichten über Linz.
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Der Klassiker: Pöstlingberg

Ich war zum ersten Mal so richtig vor einem Jahr in Linz. Bewerbungsgespräch. Der Freund kam mit, zur Unterstützung und ein bisschen auch, weil er es als Oberösterreicher als seine persönliche Aufgabe betrachtete, mir zu zeigen, dass Linz eh ganz okay ist. Von der Barockhochburg Salzburg in die Industriestadt zu ziehen stand nie wirklich auf meiner To-Do-Liste, aber bitte, gut, zeigst mir halt dein Städtchen. Wird schon passen.

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Na ja, so ganz passte es nicht. Je nach Version lag das daran, dass ich nicht zugeben kann, Unrecht zu haben (seine), beziehungsweise dass er ein schlechter Stadtguide ist (meine). Ohne mich jetzt mit diesem wirklich sehr klaren Sachverhalt aufhalten zu müssen: Tatsache ist, wir trotteten beide irgendwie verstimmt durch die Stadt. Bis ihm einfiel: Pöstlingberg!

Die alte Bahn brachte uns bis zur Spitze, von der ich zum ersten Mal einen Blick auf Linz von oben warf. Links und rechts die ersten Hügel des Mühlviertels, in der Ferne der Traunstein, sogar das Höllengebirge, und direkt unter mir die Donau - ich war wieder mit der Welt versöhnt.

Ein Jahr später und ich wohne gar nicht so weit von genau diesem Donauufer. Jetzt treibe ich alle meine Gäste rauf auf den Pöstlingberg - entweder zu Fuß über den Stadtwanderweg (der übrigens, wenn man nur einen Weg machen will, über das Petrinum und den Kreuzweg am schönsten ist!), mit dem Segway von LINZerSCHWEBEN über Stock und Stein oder, in Ausnahmefällen, auch mit der Bahn.

Ganz oben gibt es seit diesem Jahr außerdem das Café mit der wohl schönsten Aussicht der Stadt: Die Konditorei Jindrak (eh scho wissen, die mit der Linzer Torte halt) hat in bester Lage ein neues Lokal eröffnet. Ein Grund mehr also, auf den Pöstlingberg zu pilgern.

Linz Aussichten Aussicht Best Of Oberösterreich Österreich Panorama OK Kulturhaus Zur schönen Aussicht Keine Sorgen Turm Höhenrausch
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Sorgenfrei: Zur schönen Aussicht beim OK

"Keine Sorgen Turm", steht auf der Holzkonstruktion. Ich schmunzle noch, als ich am Boden stehe - nach den ersten paar Schritten auf den wackeligen Stufen ist mir schnell nicht mehr zum Lachen zumute. Oben wackelt der Turm so sehr, dass ich mir überlege, vielleicht doch bald mit dem Sorgen-Machen anzufangen, aber weil's so schön ist vergesse ich schließlich und genieße einfach.

Der Turm steht am Dach des OK im OÖ Kulturquartier und ist normalerweise Teil des Höhenrausch. Dieses Jahr macht die Ausstellung über den Dächern von Linz Pause - den Turm kann man unter dem Namen "Zur schönen Aussicht" trotzdem besuchen. Auf jeder Etage warten Fernrohre mit Illustrationen und kleinen Geschichten rund um Linz - bis sie nächstes Jahr der neuen Ausstellung Platz machen.

Höhenrausch oder nicht: Schön hoch ist der Turm immer. Für eine Aussicht über Linz mitten in der Stadt also eine ausgezeichnete Adresse.

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Klein, aber oho: Mühlviertler Bergal

Was ich bis heute nicht verstehe: die oberösterreichischen Viertel. Als Salzburgerin weiß man genau, wo welcher Gau aufhört und welche Stadt in welchem liegt. In Oberösterreich hingegen - pures Chaos. Eines scheint dann aber doch jede und jeder irgendwie zu wissen - ganz bestimmt und hundertprozentig sicher ist alles jenseits der Donau das Mühlviertel. Zumindest in Linz.

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Jenseits der Donau, das ist auch genau dort, wo die schönsten Hügel in Linz liegen. Vom Pleschinger See zum Beispiel kann man auf dem Stadtwanderweg ganz leicht bis zur Spitze des Pfenningbergs spazieren; auch mit dem Rad lohnt sich der Anstieg auf jeden Fall. Für den schönsten Ausblick packt man am besten ein kleines Picknick und sucht sich die Jausenstation kurz vor dem Pimesbauer Gehöft. Der Hof ist kaum zu übersehen - in bester Lage thront er hoch über der Stadt.

Auch die umliegenden Hügel sind nicht zu unterschätzen. Beim Schatzbauer im Norden von Linz bekommt man bis Ende September jeden Montag und Dienstag einen hausgemachten Most plus Brettljaus'n, inklusive Weitblick über Linz. Der Aufstieg ist kurz, mit dem Rad noch schneller - das Schwitzen lohnt sich auf jeden Fall. Auch am nächsten Bergal gibt's beim Mostbauer z'Linz Speis und Trank, allerdings sehr unfreundliches Personal, auch zu Mittag schon sturzbetrunkene Gäste und keine gute Aussicht. Hier ist's besser, man bleibt schon bei der Pferdezucht Melfehrergut stehen und bewundert den schönen Blick über den Pöstlingberg bis hin zum Traunstein.
Linz Aussichten Aussicht Best Of Oberösterreich Österreich Panorama Schloss Schlossmuseum
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Mitten in der Stadt: Das Linzer Schloss

Dort, wo die Linzer Altstadt am schönsten ist, fernab der Landstraße mit ihren Menschenmassen, Straßenbahnen und Mir-Beim-Radfahren-Mitten-In-den-Weg-Laufenden-Leuten, führt eine kleine Gasse bergauf zum alten Linzer Schloss. Es sind nur ein paar wenige Höhenmeter, die hier überwunden werden wollen, und doch ist es oben so schön, dass ich jedes Mal wieder gerne komme.

Schon im Innenhof offenbart sich ein Teil des Charmes - hier stehen die alten Gemäuer der ehemaligen Burg gemeinsam mit den Glasfronten des neuen Schlossmuseums. Schräg führt der Weg nach oben, man hat zwei Möglichkeiten. Links: die Aussicht über die alte Stadt bis hinüber zur Voest, in der Schlossbrasserie einen Kaffee trinken, den leisen Geräuschen des Gewimmels in den Straßen tief unten lauschen, in die Sonne blinzeln.

Rechts hingegen: Ein Gang durch den Torbogen, einmal um die alten Mauern, einen Tisch am Rande der Terrasse des Schlosscafés Linz ergattern, mit einem Bier in der Hand auf Köstlichkeiten vom großen Grill warten, den Lauf der Donau beobachten. Am Abend funkelt die Stadt, gegenüber der Pöstlingberg, unten die bunter Lichter der Ars Electronica, des LENTOS - so lässt es sich aushalten.

Alle, die ganz für sich sein wollen, lassen das Schloss hinter sich, erklimmen die Stufen über die alte Schlossmauer und suchen sich ein lauschiges Plätzchen im Schlosspark. Von hier aus sieht man zwar meistens keine Altstadt, dafür aber die große Donau, wie sie sich gemächlich einen Weg durch die Hügel bahnt.

P.S.: Noch gemütlichere Aussichten mitten in der Stadt gibt es beim Wissensturm - hier kann man ganz einfach mit dem Lift bis nach oben fahren.

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Ganz alleine: Eremitage am Mariendom

Durch die Glocken durch, die Wendeltreppe rauf und immer weiter, bis du draußen bist.

Das sind meine Anweisungen. Ich stehe im Glockenturm des Linzer Mariendoms, über mir tonnenschwere Glocken. Ich weiß nicht genau, wie spät es ist, hoffe aber, dass ich noch gute zehn Minuten habe, bevor sie das nächste Mal läuten - meine Knie zittern schon jetzt, das laute Einläuten der Uhrzeit direkt über meinem Kopf lasse ich gerne aus.

Hier, unter den Bronzeriesen, will ich nicht bleiben. Die wackelige Wendeltreppe, durchlöchert, reizt mich nicht unbedingt mehr. Hinauf will ich trotzdem, also setze ich mit klopfendem Herzen einen Schritt nach dem anderen auf die alten Stufen. Langsam erklimme ich das Stahlgerüst. Ich fühle mich, als würde ich schweben, die Konstruktion unter mir nur ein Hauch von Nichts, bevor ich falle. Mein Ziel: Ein Loch in der Decke der Kirche. Hier führt die alte Treppe durch, hier ist der Weg bis hinauf zum Turm, zur einsamsten Aussicht in Linz.

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Ach ja, und: Bitte störe unsere Eremitin nicht.

Die Aussicht am Linzer Mariendom ist normalerweise genau ihnen vorbehalten: Den Turmeremiten und Eremitinnen, die hier in absoluter Abgeschiedenheit jeweils eine Woche verbringen, leben, nachdenken, schreiben, sinnieren. Beten, vielleicht. Die Eremitage steht allen offen, die Warteliste ist lang, die Erfahrung einprägsam.

Oben angekommen gehe ich an der Tür der kleinen Turmstube vorbei, trete hinaus an die frische Luft. Ich bin alleine, hoch über den Dächern von Linz. Der Rundumblick ist einzigartig. Es dauert 10 Minuten, bis sich mein Herzschlag beruhigt. Weitere 10 Minuten, in denen meine Knie langsam zu zittern aufhören. Und schließlich noch einmal 10, bis ich den Ausblick wirklich genieße.

Insgesamt bin ich über eine Stunde am Turm, betrachte Linz, lasse mich von der Sonne kitzeln. Denke nach. Als ich hinabsteige, fühle ich mich leichter. Und bin überzeugt: Einmal Turmeremitin sein. Das wär doch was.

Man merkt, ich bin nicht ganz schwindelfrei. Ich bin aber überzeugt: Ängste sind da, um überwunden zu werden. Der Nervenkitzel und die Aussichten sind es jedes Mal wert, ob am Berg oder in der Stadt. Wer sich selbst davon überzeugen möchte: Hier gibt es noch einmal eine kleine Übersicht aller Aussichtsplätze in Linz! Viel Spaß beim Entdecken.

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